So lange wie es nachweisbar sicher betrieben werden kann - 60 Jahre sind realistisch.
Wie lange ein KKW betrieben werden kann, hängt in erster Linie davon ab, wie sich das Alterungsverhalten der Komponenten und Einrichtungen mit fortschreitendem Betrieb gestaltet. Grundsätzlich werden in einem KKW laufend Modernisierungs-und Erneuerungsarbeiten durchgeführt, sodass die Anlage immer dem Stand der Technik entspricht.
Theoretisch könnte man das fast unbeschränkt weiterführen, aber es kommt der Zeitpunkt, an welchem sich der Kraftwerkbetreiber fragen muss, ob sich eine anstehende Investition noch lohnt, oder ob ein Ersatz der Anlage wirtschaftlich interessanter ist.
Natürlich gibt es aus dem Betrieb gewonnene Erfahrungswerte zum Alterungsverhalten der verschiedenen Komponenten. Aber es kommt auch auf die Qualität der Wartung der Anlage an und auf die Art, wie das Kraftwerk gefahren wird. Es ist ein Unterschied, ob ein Kraftwerk permanent mit konstanter Leistung arbeitet, also zur Deckung der Grundlast beiträgt, oder ob eine Anlage immer wieder an- und abgeschaltet wird, so wie Speicherkraftwerke beispielsweise.
Die Schweizer Kernkraftwerke wurden ursprünglich für einen variablen Leistungsbetrieb ausgelegt. Infolge der stark ansteigenden Stromnachfrage kam man aber zum Schluss, dass sich Kernkraftwerke besser zur Deckung der Grundlast eignen. Dies ermöglicht sehr schonende Betriebszyklen! Gepaart mit optimaler Anlagenwartung und vielen zukunftsorientierten Modernisierungs- und Erneuerungsarbeiten erscheint es heute möglich, die Schweizer Kernkraftwerke während rund 60 Jahren zu betreiben. Die Kernkraftwerke Mühleberg und Beznau I+II könnten also bis um das Jahr 2030 Strom erzeugen, auf die neueren Anlagen in Gösgen und Leibstadt darf man gar bis 2039 respektive 2044 zählen.