Ja, es fehlt aber noch der politische Wille.
Hochradioaktive Abfälle müssen vor der Endlagerung zur Abkühlung rund 30 bis 40 Jahre zwischengelagert werden. Zu diesem Zweck ist in Würenlingen das zentrale Zwischenlager ZWLAG gebaut worden. Die Kapazität des ZWILAG reicht aus, bis ein Endlager verwirklicht ist. Die technische Realisierung von Endlagern ist heute möglich.
Für hochradioaktive Abfälle verfolgen alle Länder das Konzept der Endlagerung in tiefen geologischen Formationen. Das Spektrum geeigneter Gesteinsformationen ist breit und von der Geologie eines Landes abhängig. Viel versprechende Gesteinsarten sind Granit, Steinsalz und Ton, aber auch Basalt, Kalkstein und Tuffstein werden in Betracht gezogen.
Viele Länder haben in eigens eingerichteten Untergrundlaboratorien das Grundlagenwissen für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle erarbeitet, wobei die internationale Zusammenarbeit sehr fruchtbar ist. Politischer Widerstand hat in allen Ländern die Schaffung von Endlagern verzögert, dennoch sind wichtige Meilensteine erreicht worden. Am weitesten fortgeschritten sind die Projekte in Finnland, in Schweden und in den USA.
Die Probleme, die sich beim Bau eines Endlagers in der Schweiz stellen, sind hauptsächlich politischer Natur. Es handelt sich bei einem Endlager um ein Bauwerk von nationalem Interesse, ähnlich wie bei Eisenbahnlinien, Flughäfen, Autobahnen etc. Daraus folgt laut Gesetz, dass solche Projekte Bundessache sind.
Das 2005 in Kraft tretende neue Kernenergiegesetz legt neu fest, dass ein Endlagerprojekt in Zukunft nur noch nationalen Referenden unterzogen werden kann. Die Bewilligungsverfahren ziehen sich aber über sehr lange Zeiträume hin und der volkswirtschaftliche Nutzen/Schaden ist Gegenstand heftiger Diskussionen.