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9. Frage: Warum müssen bei einem Kernkraftwerk so aufwändige Sicherheitsmassnahmen getroffen werden? Drucken E-mail
Written by Webmaster   
Montag, 26. Januar 2009 um 19:05

Warum müssen bei einem Kernkraftwerk so aufwändige Sicherheitsmassnahmen getroffen werden?


Weil grundsätzlich jede Energiequelle auch eine Gefahr darstellt.
Die Regel lautet: je konzentrierter die Energie, umso aufwändiger der Umgang mit ihr.

Bei der nuklearen Energiegewinnung kommt der besondere Effekt der Kernspaltung zum Tragen. Dabei wird nicht nur eine grosse Menge Energie in Form von Wärme freigesetzt, sondern es entsteht auch radioaktive Strahlung. Mensch und Umwelt müssen dauernd und sicher vor der Strahlung abgeschirmt werden (z. B. mit sehr dicken Betonwänden). Die Radioaktivität muss stets sicher eingeschlossen bleiben (z. B. im Reaktordruckbehälter) und es muss auch nach dem Abschalten noch Wärme abgeführt werden (Nachzerfallswärme).

Die Komplexität des an sich einfachen Reaktorprinzips entsteht dadurch, dass die eingebauten Schutzmassnahmen mindestens doppelt oder sogar dreifach vorhanden sein müssen. So ist der "Brennstoff" - in Leichtwasserreaktoren das Uran - immer von mindestens zwei so genannten Barrieren umhüllt. Die Kühlleitungen zur Abfuhr der Nachzerfallswärme sind auch mindestens zweifach vorhanden, ebenso wie die Kühlwasser-Einspeisesysteme, die auch für Notfälle vorgehalten werden.

Diese Massnahmen stellen sicher, dass vom Reaktor keine Gefährdung für die Umgebung ausgeht.

Es können jedoch auch von der Umwelt Gefährdungen auf den Reaktor ausgehen, wie z. B. natürliche Ereignisse wie Überflutung, Erdbeben oder schwere Stürme. Aber auch gegen vom Menschen verursachte Gefährdungen von aussen ist der Reaktor zu schützen, wie z. B. gegen chemische Explosionen, Flugzeugabsturz oder auch gegen Terroristen.

Alle diese so genannten "Ereignisse von aussen" sind bei der Konstruktion und beim Bau sowie der Sicherheitsüberwachung von Kernkraftwerken berücksichtigt worden.

 
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