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8. Frage: Welche Folgen hätte der Ersatz unserer Kernkraftwerke durch Kohle-, Gas- und Ölkraftwerke? Drucken E-mail
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Montag, 26. Januar 2009 um 18:44

Welche Folgen hätte der Ersatz unserer Kernkraftwerke durch Kohle-, Gas- und Ölkraftwerke?


Eine starke Belastung der Umwelt.

Die Kernkraftwerke der Schweiz erzeugen pro Jahr über 25 Milliarden Kilowattstunden elektrische Energie. Das entspricht dem Energieinhalt von ca. 8'000'000 Tonnen Steinkohle. Um diese Menge Steinkohle zu transportieren brauchte man einen Zug, der etwa 1200 km lang ist.

Dies entspricht einer Strecke von Zürich bis nach Kopenhagen! Müsste diese Energie in einem mit modernsten Filtern ausgerüsteten Steinkohle-Kraftwerk erzeugt werden, so würden pro Jahr rund 30'000'000 Tonnen CO2 180'000 Tonnen Schwefeldioxid 360'000 Tonnen Stickstoffoxide 90'000 Tonnen Asche 5'000 Tonnen Russ 70 Tonnen Quecksilber anfallen (Quelle: BAC, WIE, LI 1998 WIE-Nr. T02-506.01). Braunkohlekraftwerke belasten die Umwelt noch stärker.

Gaskraftwerke weisen etwas bessere Kennzahlen aus. Die häufig gepriesene Tatsache, dass deren CO2-Ausstoss grob um die Hälfte tiefer liegt als bei Kohle-und Ölkraftwerken, wird allerdings dadurch relativiert, dass entlang den zu den Gaskraftwerken führenden Gaspipelines 1-3% des Gases (Methan, CH4) durch Leckage entweicht. Weil Methan als Treibhausgas 21-mal schlimmer ist als CO2, sind diese weltweit auftretenden Leckagen so umweltschädlich wie die 400'000'000 Tonnen CO2, die Italien jährlichen emittiert. Das entspricht fast 2% der jährlichen, globalen CO2-Emissionen!

Ölkraftwerke liegen sowohl was ihre Umweltverträglichkeit als auch ihre Wirtschaftlichkeit anbelangt zwischen den Kohle- und den Gaskraftwerken.

Wie bedeutend der CO2-Ausstoss durch Verbrennungsprozesse ist, illustriert folgende Annahme: ein Ersatz aller Schweizer Kernkraftwerke durch gas-bzw. Ölbefeuerte Kombikraftwerke würde eine Steigerung der jährlichen CO2-Emissionen der Schweiz um 18% bzw. 24% zur Folge haben. Gemäss CO2-Gesetz möchte die Schweiz ihre CO2-Emissionen aber um rund 10% unter das Niveau von 1990 senken!

Als weitere Folge eines Ersatzes der Kernenergie durch fossile Energie ist die Brennstoffökonomie zu betrachten. Der Anteil des Brennstoffes im Strompreis ist bei der nuklearen Energiegewinnung viel niedriger als bei der fossilen Produktion. Je mehr Elektrizität in fossil befeuerten Kraftwerken produziert wird, desto grösser ist die Abhängigkeit des Strompreises vom Brennstoffpreis und somit vom Ausland.

Sollten beim Import des Brennstoffes Schwierigkeiten oder sogar Unterbrüche entstehen, können mit Vorräten an Nuklearbrennstoffen viel längere Perioden unabhängig vom Ausland überstanden werden, als dies mit Kohle, Öl und Gas der Fall wäre.

 
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